Zugmaschine ; Typ W50 LAZ
Das Bild zeigt die Zugmaschine im Herbst 2008 in Niederschönhausen.
© Foto: Marie-Christin Krumkamp
Als Nachfolger des Hauben-Lastkraftwagens S 4000 entwickelte der Fahrzeugbau Werdau Anfang der sechziger Jahre den
Frontlenker W 45. Aufgrund wirtschaftspolitischer Entscheidungen der DDR-Führung wurde die Serienfertigung des daraus
entwickelten W 50 dem vergrößerten IFA-Automobilwerk Ludwigsfelde übertragen, das 1965 die Fertigung aufnahm. Dort
bestand die Möglichkeit, pro Jahr bis zu 20.000 Fahrzeuge herzustellen.
Den W 50 gab es in über 50 verschiedenen Varianten. Ungefähr 70 Prozent aller produzierten Fahrzeuge ging in den Export.
Neben den Basisanwendungen Pritsche und Koffer waren darunter Kipper, Landwirtschaftsfahrzeuge, Kühltransporter, Tankwagen, Zugmaschinen
und Sattelschlepper.
Die Spezialaufbauten wurden bei Zulieferern gefertigt. Im Raum Berlin/Brandenburg waren dies unter anderem in Berlin-Adlershof ein Hersteller für
Kehrmaschinen und Müllwagen; Feuerwehren entstanden in Luckenwalde und 12,5-Tonnen-Kräne in Potsdam-Babelsberg.
Für den Einsatz in der Landwirtschaft gab es sogar einen Kofferaufbau zum Personentransport.
Bei Bedarf konnte der W 50 in einer Allradausführung geliefert werden, wahlweise auch mit Niederdruckbereifung.
Bis 1990 wurden in Ludwigsfelde über 570.000 Lastwagen W 50 gefertigt.
Der Nachfolger L 60 lief nur von 1989 bis 1990 vom Band.
In Berlin gehörte der W 50 sehr schnell zum Stadtbild, insbesondere bei den Kombinaten Auto Trans Berlin und Handelstransport.
Auch andere Firmen und Institutionen setzten diesen Lastwagen in seinen vielfältigen Ausführungen ein, so auch die Berliner
Verkehrsbetriebe (BVB).
Im Bereich Omnibus der BVB sind insgesamt fünf Fahrzeuge des Typs W 50 bekannt, die als Zugmaschine dienten.
Weitere Anwendungen (auch für U-Bahn und Straßenbahn) waren die Nutzung als Transportfahrzeug mit Pritsche und Ladekran, als Werkstattwagen mit
Kofferaufbau, Oberleitungsmontagewagen, Fahrschulwagen, Schneepflug sowie als Sattelzugmaschine für die fahrbare Betriebsbücherei.
Die BVG setzte die W50 für den innerbetrieblichen Transport und als Fahrleitungsmontagewagen bis Mitte der 1990er Jahre ein. Sie wurden nach
Ablauf ihrer Nutzungsdauer durch aktuell am Markt erhältliche Lastwagen und Zugmaschinen ersetzt.
Der W50 LAZ während der Aufarbeitung.
© Foto: Archiv DVN
Unsere Zugmaschine vom Typ W50 LAZ konnte nach umfangreicher Aufarbeitung als Pannenhilfsfahrzeug und mit H-Kennzeichen als historisches Fahrzeug zugelassen werden.
| Technische Daten: | |
| Hersteller: | VEB IFA-Automobilwerk Ludwigsfelde |
| Typ: | Zugmaschine W50 LAZ |
| Baujahr: | 1971 |
| Fahrgestell-Nummer: | K552299 |
| Motor: | Typ 4 VD 14,5/12-1 SRW - 4-Takt-Diesel - wassergekühlt - 125 PS - Hubraum 6,560 l |
| Kupplung: | Einscheiben - Trockenkupplung |
| Getriebe: | 5 Gang Wechselgetriebe - synchronisiert |
| Bremsen: | 2 Kreis-Hydraulik - luftunterstützt |
| Federung: | Blattfederung |
| E-Anlage: | 2 x 24 Volt |
| Karosserie: | Stahlaufbau; Äußere Verkleidung aus Tiefziehblech gefertigt |
| Länge: | 5.500 mm |
| Breite: | 2.500 mm |
| Leermasse: | 6.650 kg |
| zul. Gesamtmasse: | 10.570 kg |
| zul. Anhängelast: | 22.000 kg |
| Eigentümer: | Denkmalpflege-Verein Nahverkehr Berlin e.V. Nalepastraße 215, 12459 Berlin |
| Amtliches Kennzeichen: | B E1324H |